…auf dem Weg zu einem neuen Jahresrückblick, war schon immer, zuerst den Rückblick des vergangenen Jahres zu lesen. Und jetzt, wo ich mich entschieden habe, wieder einen zu schreiben (ihr wisst ja, ich hatte gezögert), habe ich genau das getan.
Und ehrlich gesagt: Vieles von dem, was das Jahr 2024 geprägt hat, war auch 2025 noch ziemlich aktuell. Aber ich kann ja schlecht alles noch einmal neu erzählen – deshalb lest gerne hier nochmal nach. Alles rund um Kalkulation, Steuern, Kosten und den ganzen Schlamassel hat sich im Grunde nicht verändert. Nur die Zahlen sind andere geworden. Nicht genug, um alles erneut aufzudröseln und fast denselben Bericht noch einmal zu schreiben.
Und auch beim Wurstsalat sind wir nur einen kleinen Schritt weiter … aber genug vom letzten Jahr – der Blick geht nach vorne!
Denn einen wirklich großen Erfolg können wir in diesem Jahr feiern. Und das ganz unabhängig von glücklichen Gästen, lauen Kraichgauer Sommerabenden, heißem Glühwein und selbstgekochten Leckereien.
Wir haben die 7 % endlich in der Tasche – die 7 % auf Speisen im Haus! Dafür haben viele Menschen über Jahre hinweg gekämpft.
(Der oder die eine fragt sich vielleicht noch immer, worin genau die Ungerechtigkeit lag – aber das erklären die KIs dieser Welt mittlerweile ganz ordentlich.)
Was bringen die 7 % nun konkret? Und wird 2026 endlich wieder alles günstiger?
Dazu kann ich etwas sagen.
Vorab ganz klar und deutlich: leider nein. Günstiger wird es nicht werden – zumindest nicht bei uns -und bei vielen anderen auch nicht (oder höchstens für ein paar Wochen, bis sich der Sturm gelegt und alles wieder eingependelt hat).
Aber warum ist es dann überhaupt wichtig, dass To-go und Speisen im Haus nun gleich besteuert werden?
Ganz einfach: Die 7 % geben uns die Chance, wirtschaftlich zu bleiben – oder besser gesagt: wieder wirtschaftlich zu werden.
Sie ermöglichen es uns, weiterhin ehrlich zu arbeiten: mit regionalen Produkten, guten Speisen und Getränken – kurz gesagt: mit gutem Essen und Trinken.
Sie helfen uns dabei, unser Team fair zu bezahlen und den wieder steigenden Löhnen gerecht zu werden.
Sie erlauben Investitionen: in eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt, in neue Geräte oder in Ideen, die umgesetzt werden wollen.
Und sie geben uns die Möglichkeit, Preise stabil zu halten – trotz weiter steigender Kosten für Lebensmittel, Energie, Instandhaltung und Personal.
Und was bedeutet das für euch als Gäste?
– Dass ihr bei uns einkehren könnt, wenn ihr Hunger oder Durst habt, abschalten möchtet oder einfach keine Lust auf Abwasch zu Hause habt.
– Dass wir euch handgemachtes Essen bieten – fernab vom Einheitsbrei der Supermärkte und großen Ketten.
– Dass ihr auf unsere Qualität und Verlässlichkeit vertrauen könnt.
– Dass wir unser schönes Handwerk weiterführen dürfen.
– Und ganz schlicht: dass wir weiterhin für euch da sind.
Die Gastronomie hat sich über Jahrzehnte unter Wert verkauft – oft auf Kosten der Mitarbeitenden und nicht selten auch auf Kosten der Inhabenden selbst.
Während wir heute selbstverständlich 50–90 € pro Stunde für einen Handwerker bezahlen – zuzüglich Anfahrt und Material –, soll es beim Essen immer noch das Schnitzel für 10 oder 15 Euro sein. Dabei vergessen wir leicht, dass auch hier Fahrtkosten (Einkauf), Geräteeinsatz, Arbeitsplätze, Raum- und Biergartenkosten, Abwassergebühren, Berufsgenossenschaften, IHK-Beiträge, Versicherungen, Bürokosten, Strom und vieles mehr mit kalkuliert seien müssen.
„Aber bei anderen klappt das doch auch“, denkt man sich. Ja – oft jedoch nur für eine begrenzte Zeit, bis der Laden wieder schließt oder mit qualitativen Abstrichen.
Aber wem erzähle ich das?
Wer diese Zeilen liest, ist vermutlich gelegentlich oder auch regelmäßig bei uns zu Gast. Weiß zu schätzen, dass wir regionale Produkte verarbeiten, unsere Speisen von Hand zubereiten, Soßen selbst kochen, Gemüse schneiden, heimische Kartoffeln schälen und auch bei Getränken Wert auf Qualität und neue Impulse legen. Und freut sich darüber, dass wir seit über 23 Jahren dieses schöne Fleckchen Erde bewirtschaften und als Ort zum Einkehren erhalten.
Lasst uns diesen Erfolg also gemeinsam feiern – auf beiden Seiten des Tresens.
Wir werden weiterhin unser Bestes geben, offen für neue Ideen bleiben und dabei versuchen, uns selbst treu zu bleiben. Schön, dass ihr uns auf diesem Weg begleitet.
Unser Dank gilt unseren Familien, Mitarbeitenden, Freunden, Liefernden und allen, die diesen Weg mit uns gehen.
Guten Rutsch ins Jahr 2026!
P.S.: Okay – ein klassischer Jahresrückblick war das jetzt nicht, ich gebe es zu. Es hätte schon noch das ein oder andere gegeben, worüber man hätte berichten können. Von der Suche…
…nach tollen Mitarbeitenden über…
…neue Flammbrotbretter, neue…
…Biergartenstühle, unserem…
…wachsenden Speiseölprojekt, der Suche nach einer…
…neuen Kassensoftware, unserem Ausbau des…
…alkoholfreien Angebots (hier in der Verkostung) usw. – aber, der Silvesterabend naht mal wieder.
Auf Instagram und Facebook findet ihr einen kleinen Rückblick in Bildern (dauert nur eine Minute). Und wenn alles klappt, ist er heute auch noch auf YouTube (und vielleicht auch auf Tik? Tok?) zu sehen. Man muss sich ja weiterentwickeln 😉
Im nächsten Jahr dann bestimmt wieder ausführlicher, euphorischer, mit mehr Bildern – und überhaupt besser.





